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`!Digital Selective Calling`! (`!DSC`!; `!Digitaler Selektivruf`!) ist ein digitales Anrufverfahren im `F33f`_`[Seefunk`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Seefunk]`_`f, das zusätzlich zum Sprechfunkverfahren benutzt wird. Ein DSC-Anruf dient dem Herstellen einer Funkverbindung mit einer bestimmten `F33f`_`[Funkstelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Funkstelle]`_`f, allen erreichbaren Funkstellen (`*all ships/stations call`*) oder allen Funkstellen in einem bestimmten geographischen Bereich (`*area call`*). Die rufende Funkstelle schickt dabei ein digitales Nachrichtenpaket an die gerufenen Funkstellen, das bestimmte standardisierte Daten über das Fahrzeug und die Meldung enthält sowie auf welchem `F33f`_`[Funkkanal`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kanalraster]`_`f bzw. auf welcher `F33f`_`[Frequenz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Frequenz]`_`f (`F33f`_`[Arbeitskanal`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Not-_und_Anrufkanal]`_`f) die anschließende Sprechverbindung stattfinden soll.`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f] DSC ist ein wesentlicher Bestandteil im `*`F33f`_`[Global Maritime Distress Safety System`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Global_Maritime_Distress_Safety_System]`_`f (GMDSS)`*.

Beim DSC geschieht der Anruf durch Übermittlung einer Schmalband-Telex-Sendung, weshalb sowohl sendende als auch empfangende Funkstelle(n) mit Zusatzgeräten (sog. DSC-Controllern) an ihren Seefunkanlagen ausgerüstet sein müssen (heutzutage oft integriert). Der Funker, d. h. die rufende Funkstelle, gibt hierbei die `F33f`_`[Maritime Mobile Service Identity`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Maritime_Mobile_Service_Identity]`_`f (MMSI) der angerufenen Funkstellen, die Art des Anrufes (Not-, Dringlichkeits-, Sicherheits- oder Routineverkehr) sowie ggf. den Kanal (bei `F33f`_`[UKW`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ultrakurzwelle]`_`f-Seefunkgeräten) bzw. die Frequenz (bei `F33f`_`[Grenzwelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Grenzwelle]`_`f/`F33f`_`[Kurzwelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kurzwelle]`_`f-Seefunkgeräten) für den sich anschließenden Sprechfunkverkehr in den DSC-Controller ein. Der DSC-Controller der rufenden Funkstelle ergänzt automatisch die genaue Uhrzeit und Position (sofern ein `F33f`_`[GPS`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Global_Positioning_System]`_`f-Gerät angeschlossen ist) bzw. die letzte von Hand eingegebene Position und Uhrzeit sowie die MMSI der rufenden Funkstelle. Alle weiteren Informationen – wie z. B. die Art der gewünschten Hilfeleistung, die Art des Hindernisses für die Schifffahrt oder der Inhalt eines Routine-Funkgesprächs – werden im Anschluss an den DSC-Anruf mittels Sprechfunk übermittelt. DSC ist somit kein Ersatz für den Sprechfunkverkehr, sondern lediglich für den Sprechfunk-Anruf.

Besondere Vorteile des DSC sind u. a.:

• auf der/den gerufenen Funkstelle(n) wird mit einem akustischen und optischen Signal auf den eingehenden Anruf hingewiesen, so dass eine ständige Überwachung des gesamten Funkverkehrs auf relevante Anrufe nicht erforderlich ist
• die per DSC übertragenen Daten erscheinen in Klarschrift auf dem DSC-Controller der gerufenen Funkstelle, so dass Fehler durch Mitschreiben des Anrufes oder wegen unverständlicher Sprachübermittlung nicht auftreten
• die per DSC übertragenen Daten werden in einem Speicher des DSC-Controllers abgelegt und können somit jederzeit abgerufen werden.

Der digitale Selektivruf wird auf speziellen, dafür reservierten Kanälen bzw. Frequenzen übertragen. Bei `F33f`_`[UKW`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ultrakurzwelle]`_`f ist dies Kanal 70. Bei Grenz- und Kurzwelle gibt es getrennte Frequenzen für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsanrufe (auf `F33f`_`[Grenzwelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Grenzwelle]`_`f die Frequenz 2187,5 kHz (`F33f`_`[MF`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mittelwelle]`_`f) und bei `F33f`_`[Kurzwelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kurzwelle]`_`f 4207,5 kHz, 6312 kHz, 8414,5 kHz, 12.577 kHz und 16.804,5 kHz (`F33f`_`[HF`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kurzwelle]`_`f)) und für gewöhnliche Anrufe, siehe die Liste in `F33f`_`[Mobiler Seefunkdienst`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mobiler_Seefunkdienst]`_`f. Sprechfunk ist auf diesen Kanälen bzw. Frequenzen verboten.

Auf `F33f`_`[UKW`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ultrakurzwelle]`_`f-Kanal 70 (156,525 MHz) werden die Daten mit einer Datenrate von 1200 `F33f`_`[Baud`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Baud]`_`f übertragen, so dass die Übermittlung eines DSC-Anrufes etwa eine halbe Sekunde dauert. Bei Grenzwelle und Kurzwelle beträgt die Datenrate 100 Baud, so dass hier die Übermittlung eines DSC-Anrufes etwa sieben Sekunden erfordert. Als Modulationsfrequenzen werden auf UKW 1300 Hz und 2100 Hz verwendet, auf Grenzwelle und Kurzwelle die `F33f`_`[Mittenfrequenz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mittenfrequenz]`_`f 1700 Hz mit einer Toleranz von ±85 Hz.`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f]

Ist zudem die MMSI einer `F33f`_`[Seefunkstelle`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Seefunkstelle]`_`f bekannt, lässt sich per DSC deren Position abfragen und so die Fahrt des Schiffes überwachen. Dies geschieht normalerweise ohne schiffsseitige Kenntnisnahme, kann jedoch zu störenden akustischen Fehlermeldungen führen, wenn der GPS-Empfänger abgeschaltet ist.

DSC darf nicht mit AIS (`*`F33f`_`[Automatic Identification System`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Automatic_Identification_System]`_`f`*) verwechselt werden. Ein mit AIS ausgerüstetes Fahrzeug sendet auf zwei UKW-Kanälen ständig die Position, Kurs, Ziel und andere Informationen aus, um Kollisionen mit anderen Schiffen zu vermeiden.

>>Einzelnachweise

`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Ponick, Rogge, Braun: `*Handbuch für den Seefunkdienst`*. 1. Auflage, DSV Verlag 2006, ISBN 3-88412-432-3, S. 116–117.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f RECOMMENDATION ITU-R M.493-11* Digital selective-calling system for use in the maritime mobile service

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